Haben Sie schon vom „Las Vegas“ in Asien gehört?

Wer an eine Glücksspielmetropole denkt, dem fällt zunächst sofort Las Vegas ein. Die Stadt, mitten in der Wüste des US-Bundesstaats Nevada gilt als das Mekka für Glücksspiele aller Art. Doch der Eindruck täuscht, die US-Metropole ist schon lange nicht mehr die Glücksspiel-Hauptstadt der Welt. Das moderne Paradies für Spieler liegt schon seit vielen Jahren in Asien.

Macau hat Las Vegas den Rang abgelaufen. Die chinesische Sonderverwaltungszone hat ihren einzigartigen Status innerhalb des Riesenreichs genutzt und sich zur umsatzstärksten Glücksspielmetropole der Welt aufgeschwungen. Diese übertreffen jene von Las Vegas mittlerweile um das 7-fache.

Kulturelle Vielfalt und ausgezeichnete Lage

Mitverantwortlich dafür ist nicht nur die Lust der Chinesen am Glücksspiel, sondern auch zahlreiche Innovatoren aus Las Vegas. Diese haben schon vor vielen Jahren das Potenzial von Macau erkannt und haben ihre Hotelketten in die asiatische Metropole gebracht. Dort reiht sich nun ein Luxushotel an das andere. So haben die Amerikaner dabei mitgeholfen, eine Konkurrenz zu Las Vegas aufzubauen.

Dieses Konzept hat eingeschlagen. Nirgends sonst auf der Welt finden Besucher so viele Casinos und Luxusboutiquen wie hier. Dabei versucht Macau alle Vorbilder, wenn möglich, zu übertreffen. Die ehemalige portugiesische Kolonie profitiert von seiner kulturellen Vielfalt ebenso wie von seiner Lage. Die Nähe zur Metropole Hongkong sichert einen Strom an Gästen, der niemals abreißt.

Von der Resterampe zur Metropole

Die Affinität der Chinesen zum Glücksspiel bringt Massen an Spielern in die Stadt die, ebenso wie ihre Vorbilder, niemals schläft. Macau hat seine Chance genutzt und sich vom Ladenhüter zur Welthauptstadt des Glücksspiels aufgeschwungen. Als das Gebiet 1999 von Portugal an China zurückgegeben wurde, beachtete man die Region zunächst kaum.

Sie war heruntergekommen und weit davon entfernt einen Status wie das benachbarte Hongkong zu bekommen. Doch China entwickelte aus der Provinzstadt eine Metropole, die seither nach Rekorden giert. Während Hongkong seinen Status als Finanzzentrum Asiens erhalten konnte, feierte Macau einen rasanten Aufstieg. Dazu gewährte China der Stadt einen Sonderverwaltungsstatus.

Größtes Gebäude und Casino der Welt

Man fasste den Plan, die Stadt zum führenden Vergnügungszentrum Asiens auszubauen. Dies ist vollinhaltlich gelungen. Mittlerweile hat die rund 650.000 Einwohner zählende Stadt 42 Casinos, die Besucher aus aller Welt anlocken. Hier stehen unzählige Spieltische und Automaten. Natürlich befindet sich auch das größte Casino der Welt in Macao. Es handelt sich dabei um das „Venetian Macau“. Dieser Komplex ist der asiatische „Bruder“ des berühmten Casinos in Las Vegas.

Der Bau wurde für die gigantische Summe von 2,4 Milliarden Dollar errichtet und beherbergt nicht nur ein Hotel und Casino, sondern auch ein Konferenzzentrum. Auf einer Fläche von 945.000 Quadratmetern errichteten die Betreiber eine Kopie von Venedig mit Wasserstraßen und Gondoliere. Es handelt sich gleichzeitig um das größte Gebäude Asiens.

Im Casino erwarten die Gäste 3.400 Spielautomaten und nicht weniger als 600 Spieltische. Dort findet Baccarat ebenso Platz, wie Roulette, Blackjack oder Poker. Mit einer Fläche von 50.000 Quadratmetern ist das Casino des Venetian Macau das größte der Welt. Die 3.000 Hotelzimmer bieten ausreichend Platz, um sich am Abend zurückzuziehen.

21 Millionen Besucher pro Jahr

Das gilt auch und vor allem für die Besucher aus China. Im Rest des Landes ist Glücksspiel verboten, kein Wunder also, dass die Chinesen in Massen nach Macao strömen. Die Zahlen der Touristen haben sich in wenigen Jahren verdreifacht, heute zählt die Stadt rund 21 Millionen Gäste pro Jahr, fast sechs Millionen kommen aus dem Ausland.

China hat eine enorme Tradition für Glücksspiele, viele davon wurden angeblich hier erfunden. Die Konzentration auf diese Region hat es China deutlich erleichtert, Macao so weit zu entwickeln, dass es mit jeder anderen Metropole der Welt mithalten und diese sogar übertreffen kann. Dazu waren die Besten der Besten gerade gut genug.

Zahlreiche Stararchitekten haben sich hier verwirklicht, Modeschöpfer wie Karl Lagerfeld haben mitgeholfen, Macao zu dem zu machen, was es heute ist. Die Stadt gilt als Luxus-Mekka und zieht dementsprechend zahlungskräftiges Publikum an. Das dieses für klingelnde Kassen sorgt, zeigt das Beispiel des amerikanischen Hotelbetreibers Wynn.

Investitionen haben sich als hoch profitabel erwiesen

Dieser eröffnete 2006 sein erstes Hotel und Casino in Macau. Bei der Planung ging man ursprünglich davon aus, dass sich die Kosten für den Komplex innerhalb von zwei Jahren amortisieren würden. Doch die Investoren saßen einem gewaltigen Irrtum auf. Der Erfolg von Wynn war so groß, dass die Betreiber ihre Investition bereits nach zwei Monaten wieder verdient hatten. Angesichts solcher Zahlen war es kein Wunder, dass weitere Investoren in Macau Schlange standen. Sie wollten an diesem Boom mitverdienen und sorgten so dafür, dass die Stadt an die Spitze der weltweiten Glücksspielmetropolen gelangte.

Eine Brücke verbindet Macau mit Hongkong

China selbst zeigte schnell, dass es gewillt war, alles für den Erfolg zu tun. Immerhin bot die Millionenmetropole Hongkong ein gewaltiges Potenzial für zukünftige Kunden. Um diesen noch schneller nach Macau bringen zu können, baute China eine Brücke, die Hongkong mit Macau verband. Die Hongkong-Zhuhai-Macao-Brücke ist nicht nur die längste Seebrücke der Welt, sondern hat als Verbindung zwischen den ehemaligen Kolonien der Briten und Portugiesen auch eine wichtige historische Bedeutung für China. Sie bindet das nur 60 Kilometer entfernte Finanzzentrum Hongkong an die Glücksspielmetropole Macau an. So sollen die beiden führenden Städte auch in Zukunft voneinander profitieren.

Dieses Konzept scheint aufgrund der enormen Besucherzahlen auch tatsächlich aufzugehen. Schon in der Vergangenheit war Hongkong eines der meistbesuchten Touristenziele der Welt. Heute hat Macau nicht nur aufgeholt, sondern seinen großen Bruder überholt. Die geballte Macht der beiden Städte macht die Region zu einer Wirtschaftsmacht, die ihresgleichen sucht.

Kultur, Geschichte und Moderne sind hier dicht gedrängt

Schließlich hat Macao noch sehr viel mehr, als nur das Glücksspiel zu bieten. Hier finden Besucher eine faszinierende Altstadt, die bereits von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Einfluss der Kolonialherren aus Portugal hat eine Stadt hinterlassen, die mit ihrer Geschichte und Architektur gleichermaßen fasziniert und begeistert. Dem gegenüber steht eine moderne Gestaltung der Stadt, die von westlichen Stararchitekten geprägt ist.

Besucher strömen gerne zum Macau Tower. Dieser bietet aus einer Höhe von 338 Metern den perfekten Überblick über eine Stadt, die sich von der grauen Maus zu einer der am meisten besuchten Städte der Welt emporgeschwungen hat. Luxus wird in Macau großgeschrieben. Hier ist alles größer, schöner und teurer als in den Vorbildern der westlichen Welt.

James Bond war hier mehrfach im Einsatz

Dass hier alles möglich ist, bewies auch einer der berühmtesten Briten der Welt. Natürlich spielt der beste und erfolgreichste Film der Reihe rund um den Geheimagenten ihrer Majestät auch in Macao. „Skyfall“ überzeugte nicht nur mit einer ausgefeilten Geschichte, sondern auch mit einzigartigen Locations. Eine davon war das ehemalige Casino „The Macao Palace“. Damit erwiesen die Produzenten einem anderen James-Bond-Klassiker ihre Ehre, denn schon „Der Mann mit dem goldenen Colt“ spielte in den 1970er-Jahren teilweise in Macau. Doch diesmal fanden die Dreharbeiten gar nicht in Macao statt.

Das Studio ließ die Kulisse in London nachbauen und verwendete eine andere Skyline, um Macau im Film zu doubeln. Doch die spektakulären Casino- und Actionszenen reichten aus, um den Kinobesuchern die Faszination von Macau vor Augen zu führen. Die Stadt wird zweifellos auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Region spielen. Ihr Fokus auf die Unterhaltungsindustrie und ihre Lage im Herzen Asiens lassen weiterhin eine glänzende Zukunft erwarten.

 

 

 

 

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