Die attraktivsten Sehenswürdigkeiten in Bilbao

Bilbao gilt als die eigentliche Hauptstadt im Baskenland. Die Stadt wurde 1300 gegründet und liegt 19 Meter über dem Meeresspiegel. Die Fläche der Stadt beträgt 41,5 Quadratkilometer, sie ist nicht sonderlich groß im Vergleich zu anderen Städten, aber es gibt doch ein Zentrum mit Wolkenkratzern und viele Sehenswürdigkeiten, die jährlich Größenordnungen von Touristen aus aller Welt anziehen. Die Hafen- und Industriestadt ist umgeben von grünen Hügeln und gilt seit der Eröffnung des Guggenheim Museums als ein kulturelles Zentrum in Europa.

Das Guggenheim Museum

Das 1997 eröffnete Museum wurde zum Magneten für viele Kunstfreunde und Kunstkenner. Es gibt insgesamt weltweit nur drei Guggenheim Museen. Schon das Gebäude, das im Stadtinneren liegt am Fluss Nervión, ist ein unvergesslich strukturiertes Beispiel avantgardistischer Architektur. Es gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt Bilbao und bringt mit seinen Ausstellungen und Events tausende Touristen in die Stadt. Die außergewöhnliche Fassade ist aus Elementen aus Glas, Sandstein und Titan kreiert. Die geschwungenen Linien der Fassadenelemente, der glitzernde Wasserspiegel des Teiches, der um das Gebäude angelegt wurde, und eine Nebelinstallation einer japanischen Künstlerin schaffen eine einzigartige Kombination von Kunst und Natur. Fujiko Nakaya schuf die Nebelinstallation und fügte sie harmonisch an die Architektur an. Das Flair dieses Ortes wurde zum Symbolbild einer aufstrebenden Stadt. Wegen des wirtschaftlichen Aufschwunges, den das Guggenheim Museum der Großstadt schenkte, wurde der Begriff „Guggenheim-Effekt“ geboren. Die Stadt hat seither ihr Image um 180 Grad gedreht, weg von der ärmlichen Industriestadt und hin zu einem Kulturmagneten, der durch die Dienstleistungen rund um den Tourismus zu Wohlstand und Ansehen kam. Frank O. Gehry heißt der Architekt, der den ungewöhnlichen Bau konstruiert hat. Er ist ein bekannter Architekt, der weltweit für Aufsehen sorgt mit seinen Visionen. Das Museum an sich birgt Schätze zeitgenössischer Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Man findet Skulpturen, Installationen, Bilder und mediale Kunstwerke. Die Namen der Künstler sind bekannt, beispielsweise sind Andy Warhol, Robert Motherwell und Yves Klein hier gut vertreten mit ihren Ausstellungsstücken. Auf dem Außengelände befinden sich bekannte Skulpturen einer Spinne und einer Blumenfigur, die 12 Meter hoch ist: ein Hund ganz aus Blüten geformt. Die Veranstaltungen im Museum wirken sehr sympathisch. Kunst wird hier nicht nur präsentiert, man zelebriert sie mit den Museumspartys, die Weltruhm errangen. Immer wieder gibt es auch wechselnde Ausstellungen, die für Touristen interessant sein können.

Seilbahn Artxanda

Die Standseilbahn Artxanda mit ihren roten Wagen ist eine rustikale und altmodische Seilbahn, die man gesehen haben muss. Wer schöne Fotos von Bilbao haben möchte, sollte sich die Fahrt auf den Monte Artxanda gönnen und dort den Sonnenuntergang genießen. Es gibt oben auf dem Berg auch Wanderwege und Restaurants, so dass ein Ausflug auf den Gipfel sehr unterhaltsam sein wird, nicht nur wegen der wunderschönen Aussicht. Für Fotografen eignet sich der erste Wagen zum Fotografieren, denn dort gibt es keine Sitzplätze, sondern viel Raum für Bilder mit Panorama. Von hier oben aus kann man die Stadt überqueren und zauberhafte Ausblicke genießen auf die sieben Hügel, die die Baskenlandhauptstadt umgeben.

Casco Viejo, die Altstadt von Bilbao

Seit dem 15. Jahrhundert existieren die „Sieben Straßen“, um die sich die Altstadt herum aufgebaut hat. „Las Siete Calles“, so die spanische Bezeichnung für das Zentrum der Altstadt, bietet viele kleine Gassen, Straßen und traditionelle Gebäude, die man einfach lieben wird. Der Charme der einheimischen Tradition und die Sorgfalt, die auf die Erhaltung der Architektur gelegt wird, verzaubern Touristen und Gäste. Das malerische und belebte Viertel am Fluss bietet viele Tavernen, kleine Läden, aber auch große Geschäfte, die hier gern besucht werden. Man kann in den Tavernen einkehren und die beliebten Tapas essen, die die Pintxo Bars anbieten. Es gibt kleine Cafés und viele Angebote an Ständen, die für das leibliche Wohl sorgen.

Die Kathedrale Bilbaos mit ihrem gotischen Turm

In der Altstadt liegt auch die berühmte Kathedrale Bilbaos, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Sie ist ein Beispiel der gotischen Architektur. Reste der vorher an der Stelle vorhandenen romanischen Stationskapelle sind noch heute in der Krypta der Kathedrale erhalten. Sie stand auf der Küstenroute des Jakobweges und wurde weit vor der Gründung von Bilbao um 1300 erbaut. In der langen Zeit des Aufbaus und des Bestandes der Kathedrale haben einige Feuer und Hochwasser viele Veränderungen an den baulichen Strukturen gebracht. So wurde später auf einen geplanten zweiten Turm verzichtet und nur ein Glockenturm erbaut, der im neugotischen Stil seine Schönheit darstellt. Der Innenraum zeigt ein Kreuzrippengewölbe, Obergadenfenster und eine umlaufende Triforiumsgalerie. Als Fotomotiv ist die Kathedrale sehr beliebt, sie zeigt sich sehr beeindruckend in ihrer langen Tradition und der kunstvollen Ausgestaltung.

Plaza Nueva

Der Platz im neoklassizistischen Stil ist etwa 3400 Quadratmeter groß und hat fünf Zugänge. 1851 wurde der „Neue Platz“ feierlich eingeweiht. Er liegt in der Altstadt von Bilbao und ist ein Touristenmagnet. Die monumentalen Gebäude, die früher den baskischen Regierungssitz beinhalteten, sind heute ein Zentrum für die Königliche Akademie der Baskischen Sprache. Bogengänge umrahmen den Platz und es sind viele Läden, Restaurants und Cafés bereit mit ihrem Angebot den Gästen den Tag zu versüßen. Nicht verpassen sollte man den hier stattfindenden sonntäglichen Wochenmarkt, der mit seinen bunten Waren für schöne Fotomotive sorgt.

Zubizuri Brücke

Bilbao als eine Stadt am Fluss ist natürlich auch eine Stadt der Brücken. Eine der bekanntesten Brücken ist die Zubizuri Brücke, die in der Nähe des Guggenheim Museums liegt. Sie ist eine Fußgängerbrücke, die im Zuge der Umgestaltung Bilbaos den Wanderweg Campo de Volantin mit dem Stadtteil Uribitarte verbindet. Die weiße Brücke sieht wie ein großes Segel aus und gilt als ein architektonisches Meisterwerk. Etwa um 1990 begann die Umgestaltung Bilbaos zu dem jetzt bekannten Touristenmagneten. Die Zubizuri Brücke ist Bestandteil der schönsten Wahrzeichen der Stadt. Leider musste man den zuerst durchsichtigen Brückenboden aus Glas mit einem Teppich verkleiden. Die Rutschgefahr war zu groß und gestaltetet sich schwierig, weil so viele Passanten bei Regen dort stürzten. Die Konstruktion der Brücke besteht zu einem großen Teil aus Stahl und Glas. Sie führt über den Rio Nervión und bietet schöne Ausblicke auf den Fluss und die Stadt.

Museo de Bellas Artes

Im Museum der schönen Künste in Bilbao findet man die traditionellen Werke spanischer und baskischer Kunst. Das Gebäude des Museums ist eine Kombination aus Glas und einem historischen Komplex aus dem Jahr 1945. Die Erweiterung des Gebäudes wurde schon beschlossen und darf mit Spannung erwartet werden, denn es wird ein berühmter Architekt sein, der seine Kreationen dort umsetzen darf. Der Schwerpunkt der Sammlungen liegt auf Gemälden aus der Zeit zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert. Auch wenn es einige neuere Werke gibt, die der jüngsten Zeit zuzuordnen sind, überwiegen doch die alten Künstler. Das Museo de Bellas Artes ist eines der bekanntesten und bedeutendsten Museen Spaniens. Hier findet man die berühmten Gemälde von Lucas Cranach der Ältere, von Francisco de Goya, von Anton van Dyck, von Martin de Vos, von Paul Gauguin, Francis Bacon, von El Greco und von vielen anderen. Die Sammlungen sind beeindruckend und bringen Kunstfreunde aus aller Welt nach Bilbao. Außer der Gemäldesammlung sind Skulpturen zu sehen von internationalen Künstlern. Die spanischen, baskischen und flämischen Maler sind gut vertreten und es gibt nicht nur die Werke selbst zu bestaunen, sondern auch eine Sammlung von Dokumenten über die Künstler selbst, die man sonst nirgendwo so aussagekräftig erhalten findet.

La Ria in Bilbao

Die Flüsse Nervión und Ibaizabal fließen zusammen und strömen in die La Ria. Die Ria de Bilbao fließt dann in den Golf von Biscaya, in das Kantabrische Meer. Die Gezeiten sind bis in die Altstadt von Bilbao zu spüren, dort verläuft die Gezeitengrenze. Es gibt entlang des Flusses schöne Promenaden und man kann Kanus ausleihen, wenn man den Fluss befahren möchte. Die malerische Gegend ist ein touristischer Höhepunkt und bietet zauberhafte Ausblicke auf die Stadt und auf die Natur rund um die Flussufer. Die feuchte Luft und besonders die milden Strömungen des Meeres sorgen für das milde und feuchte Klima in Bilbao. Die Temperaturen liegen im Sommer bei rund 21 Grad Celsius und im Winter bei etwa 9 Grad Celsius im Mittelwert.

Vizcaya Brücke in Bilbao

Die Biskaya Brücke, wie es in deutscher Übersetzung heißen würde, ist eine historische Schwebefähre, die zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Sie ist die älteste Schwebefähre, die noch immer funktionsfähig und in Betrieb ist. Sie verbindet über die Ria hinweg zwei Stadtteile von Bilbao. Da der Teil der Flussmündung in die Biscaya auch von Seeschiffen befahrbar ist, kann die Fahrt über den Fluss sehr interessant sein. Zwei Stahlfachwerktürme von jeweils 45 Meter Höhe tragen die Gleise, in denen die Aufhängung für die Fähre gleitet. 160 Meter lang ist das Traggerüst, das die Türme halten. Mit einem Aufzug kommt man auf den oberen Teil des Traggerüstes, das einen Fußgängerüberweg enthält. Die Fähre kann bis zu 22 Tonnen Last aufnehmen, die Zahl der PKW ist auf 6 Fahrzeuge begrenzt bei einer Überfahrt. Fußgänger dürfen auf der Fähre auch befördert werden. Die Technik war zum Zeitpunkt der Erbauung ein Modell für etwa 20 weitere ähnliche Projekte weltweit. Da aber die Beförderungsleistung sehr eingeschränkt war durch die begrenzte Platzkapazität, wurden ab etwa 1916 die Bauweisen solcher Fähren eingestellt und andere Transportmöglichkeiten bevorzugt. Sehenswert ist die Fähre trotzdem, denn es wird bald keine dieser technischen Denkmale mehr geben. Es sind nur acht Modelle der Fähren noch aktuell in Betrieb.

Metro Bilbao

Die Metro in Bilbao ist eine sehr beliebte Transportmöglichkeit der Einheimischen und Gäste. Man sollte in der Metro besser nicht essen oder trinken, denn die Einwohner Bilbaos sind sehr stolz auf ihre Bahn und mögen das nicht. Die Metro verbindet die Stadtteile und kann auf schnellstem Weg große Strecken überwinden. Sowohl die Eingänge wie auch die Stationen wurden von einem berühmten Architekten entworfen. Sir Norman Foster hat die Konstruktionen aus viel Stahl und Glas designt. Die U-Bahn ist eine attraktive Hommage an das Licht, das überall in den Bahnhöfen und Zugängen einen hohen Stellenwert hat. Sehr fortschrittlich ist die gute Ausstattung der Bahnhöfe und Zugänge, die auch für behinderte Menschen und Eltern mit Kinderwagen einen barrierefreien Zugang ermöglichen.

Azkuna Zentroa

Philippe Starck ist der französische Designer, der das ehemalige Weinlager zu einem angesehenen Kultur- und Freizeitzentrum umgestaltete und rund 43000 Quadratmeter Fläche in seine Kreation einbezog. Der Mittelteil der Architektur besteht aus 43 verschieden gestalteten Säulen, die ein besonderes Highlight in dem Komplex darstellen. Das alte Industriegebäude ist nach seiner spektakulären Umgestaltung ein wichtiger und beliebter Freizeitort für die Einheimischen geworden. Es enthält ein Sportzentrum, eine Mediathek, 8 Kinosäle und eine Sonnenterrasse, von der aus man einen schönen Blick über die Stadt genießen kann. Ein baskischer Architekt, Ricardo Bastida, entwarf gegen 1905 das ursprüngliche Gebäude. Als ein neues Weinlager das Gebäude in seiner Funktion überflüssig machte, stand der schöne Industriebau leer. Zwischen 2001 und 2010 schuf dann Philippe Starck eine modernere Version des Komplexes und beschäftigte 120 Kunsthandwerker in seinem Projekt. Das Ergebnis begeistert die Besucher und macht die Bewohner Bilbaos stolz. Die neue Nutzung verspricht eine sinnvolle Auslastung der schönen Architektur und haucht ihr neues Leben ein.

Geheimtipp ist das Stadion von Athletic Bilbao

Das Stadion von Athletic Bilbao „San Mamés“ ist ebenfalls eine Sehenswürdigkeit in Bilbao. Der Fußballclub nimmt nur baskische Spieler in seine Reihen auf, so dass die Einheimischen eine sehr verständliche Bindung an ihren Club haben. Schon das Gebäude kann mit seiner eindrucksvollen Gestaltung eine Augenweide sein, aber für Fußballfans ist ein Heimspiel der Athletic Bilbao Spieler ein wichtiges Ereignis, das man nicht verpassen sollte. Der Club musste niemals absteigen und hat als Beinamen die Bezeichnung „die Löwen“ erhalten. Da das Stadion neben einer Kirche erbaut wurde, heißt das Stadion auch „Kathedrale des Fußballs“. 2013 wurde es neu erbaut und fasst jetzt 53000 Zuschauer. Karten sind schwer zu bekommen, denn die Einwohner Bilbaos sind im allgemeinen Fußballfans. Wer sich ein Spiel ansehen möchte, sollte sich rechtzeitig um eine Buchung der Karten bemühen. Man kann als Besucher auch das Stadion besuchen bei einer Führung oder im Rahmen eines Museumsbesuches. Am besten kümmert man sich schon vor der Reise um Buchungen für Karten oder Führung, denn das Stadion ist ein beliebtes Ziel bei Touristen.

Fazit

Bilbao hat für jeden Touristen etwas zu bieten, ob man sich für Architektur, für technische Sehenswürdigkeiten, landschaftliche Schönheit, Fußball oder für Kunst interessiert. Die Reise wird unvergesslich bleiben durch eine individuelle Gestaltung der Urlaubstage.

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