Die Geschichte des Tabaks – Christoph Columbus spielt eine Rolle  

Rauchen ist heute für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Tabak kann auf verschiedene Weisen konsumiert werden, in der Pfeife, in Form einer Zigarre oder als Zigarette. Selbst drehen oder fertig kaufen ist dabei ebenfalls eine wichtige Entscheidung. Die Ureinwohner Amerikas kannten Tabak bereits lange vor den Europäern, dort wurde er überwiegend zur Behandlung von Krankheiten und in religiösen Kulturkreisen verwendet. Aber wie gelangte der Tabak nach Deutschland und wie wurde aus einer ehemaligen Heilpflanze heute ein Genussmittel?

Christoph Columbus brachte den Tabak nach Europa

Der Entdecker Amerikas ist nicht nur für diese bahnbrechende Entdeckung verantwortlich, sondern brauchte auch den Tabak nach Europa. Die Verbreitung allerdings fand erst im 16. Jahrhundert statt, obwohl Columbus schon Ende des 15. Jahrhunderts mit seiner Entdeckung zurück nach Europa kam.

Geraucht wurde fast nur von den elitären Gesellschaftsschichten, der Tabak wurde in Zigarettenpapier eingeschlagen oder in einer Pfeife geraucht. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Schnupftabak bekannter, zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde dann auch die Zigarre publik gemacht.

Es dauerte allerdings bis 1881, ehe in den USA die ersten Zigaretten maschinell hergestellt wurden. Erst danach war es möglich, dass Tabakprodukte nicht nur den oberen 10.000, sondern auch der ärmeren Bevölkerung zur Verfügung stand. Fortan wurde in allen Gesellschaftsschichten geraucht, wobei die Tabaksorten der Reichen deutlich erlesener waren, während die armen Menschen Schnittgut und Reste der Sorten rauchten.

Der Anbau in der heutigen Welt

Tabak wird weltweit in mehr als 120 Ländern angebaut, die Schwerpunkte liegen in Afrika und Asien. Kritisiert wird häufig, dass für die Trocknung der Blätter Brenngehölze benötigt werden, deren Beschaffung durch Rodung von Wäldern erfolgt.

Der größte Tabakproduzent der Welt ist China, schätzungsweise 40 Prozent der Gesamtproduktion erfolgen dort. Mit rund 15 Prozent ist Brasilien auf dem zweiten Platz, bereits deutlich abgeschlagen. Auf dritter Position befindet sich Indien, mit einem globalen Produktionswert von etwa 8 Prozent. Im Jahr 2007 wurden weltweit 6,2 Millionen Tonnen Tabak produziert.

Deutschland baut selbst nur äußerst geringe Mengen der Nutzpflanze an, in Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern sind kleinere Tabakplantagen beheimatet. Während im Jahr 2003 noch 12.122 Tonnen Tabak in Deutschland angebaut wurden, waren es 2007 schon nur noch 7.767 Tonnen.

Rauchgewohnheiten haben sich verändert

Die Rauchgewohnheiten der deutschen Bevölkerung haben sich verändert. Genussmenschen greifen oft auf selbstgedrehte Zigaretten zurück, da sie den starken Geschmack und das Aroma des Tabaks möglichst unverfälscht genießen möchten. Am häufigsten wird zur klassischen Zigarette gegriffen, die in verschiedenen Sorten und Stärken erhältlich ist. Menthol Zigaretten wurden in Deutschland mittlerweile verboten, da sie den vermeintlichen Irrglauben erzeugen können, dass Zigarettenrauch gesund sein könnte.

Weniger häufig werden Schnupf- und Kautabak genutzt, dafür hat Shisha Tabak an Bekanntheit gewonnen. Das gemeinsame Wasserpfeife Rauchen ist aus den arabischen Ländern bekannt und hat in Deutschland Einzug gehalten. In nahezu jeder Stadt gibt es Shisha Bars, in denen Konsumenten eine Wasserpfeife rauchen können und hierfür die Wahl zwischen zahlreichen Tabaksorten haben.

Ein neueres Phänomen ist die E-Zigarette, die nicht mit Tabak befüllt wird, sondern mit einem E-Liquid, was den Geschmack einer Zigarette nachahmen kann, aber auch in gänzlich anderen Geschmacksrichtungen erhältlich ist.

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