PayPal und Amazon wollen zusammenarbeiten

Was kommt wohl dabei heraus, wenn zwei Großkonzerne gemeinsame Sache machen? Das kann sich eigentlich nur lohnen, oder? Welche eine Zusammenarbeit anstreben? Da hätten wir auf der einen Seite PayPal und auf der anderen Seite keinen geringeren als Amazon.

Amazon

Die Amazon Corporation ist ein nicht ganz unumstrittener Gigant des Online-Handels. Ihm wird nachgesagt, hier und dort Steuergelder schuldig zu bleiben, Logistik-Angestellte zu schlecht zu bezahlen und den ortsansässigen Läden das Leben besonders in Zeiten wie diesen, wo sich eine Ausgangsbeschränkung an die nächste reiht, das Wasser abzugraben. Gegründet wurde der Riese 1994. Jeff Bezos ist der Chef des Ganzen und so reich, dass er es sich leisten kann, kontraproduktive Unternehmungen wie Weltraumflüge zu unternehmen, wo andere alles versuchen, um die Klimaerwärmung zu stoppen. Dass Geld den Charakter verderben kann ist keine neue Erkenntnis. Und sicherlich hat er viel investiert, um zu so viel Reichtum und Anerkennung zu gelangen. Was für uns Kunden zählt ist, dass Amazon die Welt der Online-Shops revolutioniert hat. Einkaufen von zuhause war nie einfacher als heute. Weil rund 1.3 Millionen Angestellte für Amazon arbeiten, ist das auch einer der größten Arbeitgeber überhaupt. Der jährliche Umsatz dieses Konzerns beträgt rund 400 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt von Österreich ist nur unwesentlich höher.

PayPal

PayPal resultierte aus dem Versuch, das Bezahlen im Internet zu vereinfachen. Konkret ging es um die Plattform Ebay, die sich das Ziel steckte, eine Alternative für Kreditkartenzahlungen zu entwickeln. Private Händler sollten eine Möglichkeit haben, bargeldlos und ohne Bekanntgabe der Kontodaten, Zahlungen abzuwickeln. 1998 wurde dann PayPal Inc. Gegründet. Die Leitung obliegt John Donahue und Daniel Schulman, die wesentlich bodenständiger sind als Jeff Bezos. Für den jährlichen Umsatz von rund 18 Mrd. US-Dollar sorgen an die 25.000 Angestellte. PayPal wurde im Laufe der Zeit zum Finanzdienstleister in vielen Online Shops oder auch bei Glücksspielplattformen wie Ice Casino DE. PayPal hat das System der elektronischen Geldbörse erfunden und somit Transaktionen im Internet nachhaltig vereinfacht.

Es ist ein System, das im Grunde einfach klingt. Man legt sich eine virtuelle Geldbörse (ein Konto bei PayPal) zu. Dieses füllt man via Bankkonto oder Kreditkarte mit Guthaben. Damit geht man einkaufen. Diverse Online-Shops bieten einen Geldtransfer vom PayPal-Konto an. Damit lässt sich das Geld einfach und schnell transferieren. Und praktisch für Transaktionen zwischen PayPal-Nutzern: man braucht nur die ID des Geldempfängers, schon kann man den fälligen Betrag übermitteln.

Der Plan der beiden Konzerne

Eine interessante Beobachtung war, dass PayPal einen wahren Corona-Boom erlebte. Im dritten Quartal 2021 gab es laut PayPal Inc. noch einen Umsatzzuwachs von 13% und einen Gewinnzuwachs von 6% im Jahresvergleich. Die Umsatzzahlen schnellten zu Beginn von Corona aber viel schneller in die Höhe. Jetzt, da es den Anschein hat, man habe ein Werkzeug zur Beherrschung der Pandemie gefunden (Impfstoffe, Medikamente, Vorsichtsmaßnahmen wie FFP2-Masken), kehrt sowas wie eine Normalität zurück. Die Online-Geschäfte sind nicht mehr ganz so dominant. Die Überlegung, mit Amazon eine Kooperation einzugehen, ist ein neuer Schritt und soll die Umsatzzahlen wieder in Rekordtempo wachsen lassen.

Venmo-Zahlungen via Amazon werden diskutiert

Venmo ist ein Dienst, der mobile Zahlungen erlaubt. Und das Ganze ist eine Tochter von PayPal, funktioniert derzeit aber nur in den USA. Mit dieser App können registrierte User einander Gelder schicken oder Einkäufe im Internet bezahlen. Ganz nach dem Konzept von PayPal. Aber die App verwendet Elemente von Social-Media. Man kann beispielsweise Rechnungen untereinander aufteilen. Das wäre etwa bei Taxifahrten oder bei Gruppenkarten für irgendwelche Veranstaltungen sinnvoll. Und über einen News-Feed können diese Transaktionen im eigenen Netzwerk und öffentlich geteilt werden – wenn man das mag und ggf. sogar mit Kommentaren, Emojis und Witzen versehen. Ob das im Sinne des Erfinders ist, muss jeder selbst entscheiden. Auch sind die Einwilligungen, die ein Nutzer tätigen muss, wenn er die App nutzen möchte, mit einer gesunden Portion Skepsis zu betrachten. Stichwort Datenschutz…

Amazon will Venmo-Zahlungen erlauben

Den Zweifeln zum Trotz ist Amazon ab 2022 gewillt, Venmo-Zahlungen zu erlauben. Das ist insofern ein Schritt nach vorne, als dass die Bezahlung eben immens vereinfacht wird. Und zugleich ist der Haken, dass dieser Dienst nur den US-Amerikanern zur Verfügung steht. Die können in Geschäften einen QR-Code und das Smartphone für die Bezahlung mit Venmo in Geschäften nutzen. Oder sie können eine eigene Debit-Karte von Venmo nutzen und damit in Geschäften bezahlen, wenn diese keinen QR-Code anbieten.

Das klingt alles höchst erfreulich und stimmt uns zuversichtlich, dass wir schon bald die Dienste von PayPal bei Amazon nutzen können. Bislang profitieren davon nur die Amerikaner. Das könnte sich aber wohl demnächst ändern. Es braucht immer eine Weile, bis die Erlaubnis auch in Europa eintrifft. Aber dann wird das Kapitel Amazon wohl wieder um eine Facette reicher. Und Jeff Bezos auch. Bleibt zu hoffen, dass er sich irgendwann eines Besseren besinnt und lieber auf ökologischere Verpackungen, grünere Versandarten setzt als selbst Touren in den Weltraum zu unternehmen. Wir Amazon-Kunden würden beides in jedem Fall begrüßen und gut finden. Denn den Luxus, den online-Shopping bietet, wollen wir keinesfalls mehr missen. Erst recht nicht, wenn die nächste Corona-Welle auf uns zurollt und wir uns wieder mit Restriktionen konfrontiert sehen.

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