Sehenswürdigkeiten in Heidelberg bei Nacht

Heidelberg ist sowohl eine Universitätsstadt, die Ikone der deutschen Romantik, als auch eine Hochburg des Tourismus. Und das hat seine Gründe. Denn Heidelberg, im Südwesten Deutschlands gelegen, gilt nach Berlin und Hamburg als die berühmteste Stadt Deutschlands. Das Heidelberger Schloss, der Königsstuhl, die bezaubernde Altstadt und viele weitere Heidelberger Sehenswürdigkeiten sorgen dafür, dass die Stadt sowohl Studenten als auch Touristen anlockt.

Die Nachtwächtertour

Mit der Nachtwächtertour ist es möglich, Heidelberg von einer ganz neuen Seite zu entdecken. Denn während des Rundgangs durch die romantische Altstadt Heidelbergs erzählt der kostümierte Nachtwächter fantastische Geschichten über Morde, Monster und Mythen. Kleine, verwinkelte Gassen, Barock-Altbauten sowie die herrschaftlichen Bauten am Hang des Königsstuhls. All das trägt seinen Teil dazu bei, die Altstadt sowohl bei Tag als auch bei Nacht zu einem beliebten Reiseziel zu machen.

Damit der Nachtwächter sein kunstvolles und historisches Gewand anzieht und das Haus verlässt, muss es bereits dunkel sein. Deshalb beginnt die Führung durch die Altstadt erst, nachdem es draußen dunkel ist und die Lichter der Stadt hell erleuchtet sind. Die traditionsreiche Führung untermauert er mit zahlreichen Sagen und Legenden, während deren Originalschauplätze besucht werden. So wird auch die dunkle Seite der Altstadt enthüllt.

Die Heidelberger Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk

Schlossbeleuchtung in tiefem Rot

Das Heidelberger Schloss ist das Wahrzeichen der Stadt und damit jederzeit einen Besuch wert. Trotzdem gibt es ein paar Tage, an denen das Heidelberger Schloss ein ganz besonderes Highlight darstellt. Nämlich an den Tagen der Heidelberger Schlossbeleuchtung.

Die Heidelberger Schlossbeleuchtung findet an drei Tagen im Jahr statt. Die Erste läutet den Sommer ein, die Zweite findet im Sommer statt und die Dritte im Herbst. Sobald sich dunkle Schleier über die Altstadt gelegt haben, versammeln sich jährlich Tausende Heidelberger und Touristen entlang dem Neckar. So können sie ungestört einen Blick auf das rund 80 Meter höher gelegene Schloss werfen.

Um 22.15 erschüttert ein erster lauter Knall die Stille der alten Brücke und wird von einer Vielzahl weiterer Knalle erschüttert. Sie klingen beinahe wie Schüsse. Das ist der Auftakt, der von den Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Altstadt mit vielen Böllern begangen wird. Sind diese Erschütterungen verklungen, werden wenige Augenblicke später am Fuße der Schlossruinen die bengalischen Feuertöpfe entzündet. Dieses Feuer, dass das Wahrzeichen Heidelbergs in ein flackernd rotes Licht taucht, symbolisiert den Brand der Stadt. Sobald die Feuertöpfe ausgebrannt sind, folgt das Feuerwerk auf der Alten Brücke. Die Choreografie des Feuerwerks wechselt jährlich, bleibt jedoch in ihrem Kern immer gleich. Das Ende wird nach gut 15 Minuten von Schiffssirenen eingeleitet, die dem Feuerwerksmeister danken.

Doch warum wird das Schloss überhaupt beleuchtet? Die Böller und das Feuer in den bengalischen Feuerschalen dienen dem Gedenken. Erinnert wird an die Zerstörung des Schlosses, die während des pfälzischen Erbfolgekriegs in den Jahren 1688 bis 1697 stattfand. Denn nachdem französische Truppen im Jahre 1689 sowohl Schloss als auch Stadt in Brand gesetzt hatten, kehrten diese 1692 zurück und sprengten die verbliebenen Schlossmauern- und türme. Das Feuerwerk hingegen erinnert an einen glücklicheren Moment der Heidelberger Geschichte. So wurde 1613 ein fantastisches Feuerwerk ausgerichtet, zu Ehren Elisabeth Stuarts, die nach ihrer Hochzeit mit Friedrich dem V. nach Heidelberg kam. Die erste offizielle Schlossbeleuchtung fand im Jahre 1815 statt, als in der Stadt die heilige Allianz gegen Napoleon ausgehandelt wurde. Auch im Jahre 1830 wurde das Schloss erleuchtet. Dieses Mal zu Ehren des Kaisers von Österreich, des Zaren von Russland und des Königs von Preußen. Seit 1860 finden sowohl Schlossbeleuchtung als auch Feuerwerk regelmäßig statt.

Die Heidelberger Schlossbeleuchtung wird in jedem Jahr vom offiziellen Veranstalter Heidelberg Marketing GmbH durchgeführt. Dazu gehört auch ein Rahmenprogramm in der Altstadt. Für beide wird kein Eintritt erhoben.

Übrigens wer die Schlossbeleuchtung verpasst hat, kann an jedem Wochenende die Bestrahlung der Burg bestaunen. Diese ist zwar nicht ganz so imposant und ein Feuerwerk gibt es auch nicht, aber dennoch ein Blick / Besuch wert. Riesige Halogenlampen tauchen das Schloss in einen gelben Schleier.

Aktuell ist die Veranstaltung aufgrund von Corona bis mindestens Mitte 2021 verschoben.

Die Alte Brücke und der Marktplatz

Alte Brücke und Schloss bei Nacht

Die Alte Brücke ist neben dem Heidelberger Schloss ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Obwohl es in der Stadt viele Gebäude gibt, die sowohl durch ihre Architektur als auch ihre Geschichte beeindrucken, ist die Alte Brücke das Herausragendste. Sie verbindet die Altstadt mit dem Stadtteil Neuenheim. Sie wurde vom Kurfürsten Karl Theodor aus dem Neckartäler Sandstein erbaut, anders als ihre Vorgänger, die allesamt aus Holz errichtet wurden. Bei der Brücke handelt es sich jedoch um einen Nachbau aus dem Jahre 1947, denn das Original wurde im Jahre 1945 vollständig zerstört. Besonders bekannt ist sie für die beiden Skulpturengruppen auf ihren Erkern, aber auch für die angebrachte Bronzeplastik aus dem Jahre 1979, die den Brückenaffen darstellt. Es wird gesagt, dass jeder, der Wohlstand sucht, über den Spiegel in der Hand des Affen streichen soll. Möchte man hingegen sicherstellen, dass man erneut nach Heidelberg zurückkehren wird, sollte man die ausgestreckten Finger des Affen berühren. In der Nacht ist sie besonders schön anzusehen, da sie von den Lichtern der Stadt erleuchtet wird.

Der Marktplatz selbst wir sowohl von Häuserzeilen als auch dem Rathaus und der Heiliggeistkirche eingerahmt und ist der älteste Platz in Heidelberg. Im Sommer ist er ein beliebter Treffpunkt, sowohl für die Heidelberger selbst als auch für die Touristen. Auch nach Einbruch der Dunkelheit sind die Straßen noch erleuchtet und voll Menschen, die ein spätes Abendessen, Cocktails oder einfach ein gemütliches Beisammensein genießen. Im Winter hingegen findet hier der bekannte Weihnachtsmarkt statt, der durch die Stadt selbst zu einem Highlight wird. Köstlicher Glühpunsch und klassische württembergische Köstlichkeiten werden hier an den kleinen Ständen angeboten. Beides ist bei Nacht ein absolutes Highlight. Denn bei Nacht, egal ob im Sommer oder im Winter, erzeugt die Beleuchtung Heidelbergs eine ganz besondere Stimmung, während der Besuchter durch die Gassen schlendert.

Bars

Als Studentenstadt verfügt Heidelberg neben der historischen Altstadt auch über ein pulsierendes Nachtleben. Durch die internationale Beliebtheit der Stadt herrscht hier ein internationaler Flair und eine bunt gemischte Partyszene. Viele Bars befinden sich in der Altstadt und sind unweit des Neckars gelegen. Damit sind sie nicht nur gastfreundlich, sondern auch zentral. Im Sommer säumen zahlreiche Sitzgelegenheiten die schmalen Gassen und laden den Besucher zum Verweilen ein. Besonders die kleinen Bars in den verwinkelten Gassen sind immer einen Besuch wert, egal zu welcher Stunde.

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